Der eigene Weg

Ich möchte heute über etwas schreiben, das mir keine Ruhe lässt. Gleichzeitig soll es auch ein Aufruf für zwei Dinge sein: Liebe Mamis, traut euch, euren eigenen Weg zu gehen!

Und an alle anderen: bitte übt euch etwas in Zurückhaltung!

Warum schreibe ich das?

Wie ich an anderer Stelle (hier) schon ausgeführt habe, ist Feinfühligkeit der Schüssel zu einer sicheren Bindung, die wiederum eine sehr wichtige Basis für eine gesunde Entwicklung darstellt. Ich vermute, dieses Gespür für die Signale des Babys wird oftmals als Bauchgefühl oder Mutterinstinkt betitelt. Wie ihr es auch nennen wollt, in den allermeisten Fällen ist die primäre Bezugsperson, nach einer Phase der Gewöhnung, ein Experte in Sachen „frühkindliche Signale deuten“ und das dahinterstehende Bedürfnis zu identifizieren und zu befriedigen. In der Familienbegleitung ist es ein schönes und auch amüsantes Phänomen, wenn Mütter bei ersten Besuch nach der Geburt berichten „Ich habe überhaupt keine Ahnung, warum es jetzt weint!“ und beim nächsten Besuch 4 Wochen später hört man „Oh, warten sie kurz, da hat jemand Hunger!“.

Dieser Sicherheit, die Mutter und Kind in der ersten Phase des Kennenlernens erarbeiten, stellen sich die meist gut gemeinten, aber unerbetenen Ratschläge entgegen. Ich selbst hatte das Gefühl, kaum war das Körnchen nicht mehr in meinem Bauch, hatte jede*r ein Mitspracherecht erworben, von dem ich vorher nichts wusste. Und auch andere Mütter haben mir schon oft berichtet, dass sie unter diesen Einmischungen leiden, dass sie die aufgedrängten Ratschläge belastend finden und sich dadurch auch oftmals verurteilt fühlen. Die Themen sind vielfältig: Dauer des Stillens, die Beikosteinführung und -umsetzung, Babybett oder Familienbett, Tragen oder Kinderwagen, im Autositz in oder gegen die Fahrtrichtung, Zucker, welche Art Spielzeug, welche Freizeitaktivitäten mit Kind, Impfen ja nein uvm…

Dabei entscheiden wir ja nicht einfach aus Lust und Laune heraus, wie wir unser*e Kind*er aufziehen. Manches basiert auf neuen Erkenntnissen aus Medizin und Psychologie. Vieles ergibt sich nach und nach im Zusammenleben mit dem kleinen Menschlein. Wir vertrauen auf unser Bauchgefühl/unser Einfühlungsvermögen und gehen liebevoll und empathisch auf die Bedürfnisse und Signale unseres Babys ein. Wir finden unseren eigenen Weg, wachsen als Familie mit unseren Aufgaben. Wenn wir etwas nicht wissen oder Hilfe brauchen, dann holen wir uns diese. Ein erbetener Ratschlag ist ein willkommener. Für die anderen Ratschläge gilt: Nein, danke! oder „Danke für deine Meinung, wir gehen unsere Weg und sind zufrieden damit.“

Kleine Hilfestellung? Der Elternbrief!

beige envelopes with triangular seal flap
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„Herzlichen Glückwunsch zum Baby! Und einen starken Rücken…“ so beginnt der Elternbrief von Inke Hummel auf dem Blog Bindungs(t)räume. Er ermuntert frischgebackene Eltern, ihren eigenen Weg zu finden, sich in ihrer kleinen neuen Familieneinheit erstmal kennen zu lernen, die eigenen Grenzen zu erkennen und auch klar zu zeigen/zu kommunizieren. Der Brief kann dort als PDF heruntergeladen werden und eignet sich ganz wunderbar als Geschenk für junge Eltern oder stolze Großeltern. Eine klare Empfehlung für jede Windeltorte, jedes Mama-Care-Paket, jedes Wochenbettpäckchen 🙂


Der Artikel und der Elternbrief gefallen dir? Dann teile ihn, damit noch ganz viele junge Mütter und Väter einen starken Rücken bekommen und ihren eigenen Weg gehen können!

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