Bauchgefühl

Ich möchte heute über etwas schreiben, das mir keine Ruhe lässt. Gleichzeitig soll es auch ein Aufruf für zwei Dinge sein: Liebe Mamis, vertraut eurer Intuition, hört auf euren Bauch! Und an alle: bitte übt euch etwas in Zurückhaltung – weder euer Urteil noch euer ungewollt gegebener Rat ist notwendig…

Warum schreibe ich das?

Das Bauchgefühl ist ein sehr wertvolles Werkzeug, um das große Abenteuer „Baby“ zu meistern. In der Schwangerschaft dreht sich alles um unsere Körpermitte. Man horcht in sich hinein, ist ganz bei sich, in der Hoffnung, einen kleinen Tritt oder einen Schluckauf zu spüren. Diese intensive Zweisamkeit ist einzigartig und unwiederbringlich. Am Ende dieser Einheit aus Mutter und Ungeborenem steht die Geburt – die erste Trennungskrise. Eine Begleiterscheinung dieser Krise: ab jetzt teilt man das Kind mit dem sozialen Umfeld und das – das redet mit.

In letzter Zeit habe ich häufig von anderen Müttern erzählt bekommen, dass sie unter diesen Einmischungen leiden, dass sie die ungebetenen Ratschläge oder Verurteilungen belastend finden. Die Themen sind vielfältig: Dauer des Stillens, die Beikosteinführung und -umsetzung, Babybett oder Familienbett, Tragen oder Kinderwagen, im Autositz in oder gegen die Fahrtrichtung, Zucker, welche Art Spielzeug, welche Freizeitaktivitäten mit Kind, Impfen ja nein uvm…

Jetzt mal Hand aufs Herz: wir geben doch alle unser Bestes. Wir entscheiden nicht einfach aus Lust und Laune heraus, wie wir unser Kind aufziehen. Manches basiert auf neuen Erkenntnissen aus Medizin und Psychologie. Vieles ergibt sich nach und nach im Zusammenleben mit dem kleinen Menschlein. Wir vertrauen auf unser Bauchgefühl und gehen liebevoll und empathisch auf die Bedürfnisse und Signale unseres Babys ein. Wir finden unseren eigenen Weg, wachsen als Familie mit unseren Aufgaben. Wenn wir etwas nicht wissen oder Hilfe brauchen, dann holen wir uns diese. Ein erbetener Ratschlag ist ein willkommener. Ein unerbetener ist Einmischung und Verurteilung. Zumindest empfinde ich das so.

Hört auf euren Bauch

Natürlich meine ich mit „Hört auf euren Bauch“ nicht, dass man unwissend ins Unbekannte aufbrechen soll. Kleine Kinder sollten keinen Honig essen – wusste ich nicht. Da hilft mir mein Bauchgefühl auch nicht. Für intensives Weinen kann es verschiedene Gründe geben: Hunger, Müdigkeit, Bauchweh, zu warm, zu kalt, zu hell, zu laut, zu viel… Das Wissen um diese Möglichkeiten unterstützt mein Bauchgefühl bei der Einschätzung der Lage und der entsprechenden Handlung.

Ich meine mit „Hört auf euren Bauch“ eher, findet euren eigenen Weg. Der Weg, der euch gut tut, mit dem ihr euch wohl fühlt. Und traut euch auch mal zu sagen: „Danke für deine Meinung, aber wir haben unseren Weg gefunden und sind zufrieden damit.“ Geht euren Weg mit erhobenem Haupt.

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