„Ich darf das so nicht fühlen.“

Hier ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig gewesen… also hier im Blog. Privat ist es dafür drunter und drüber gegangen und ich hoffe, dass ich euch schon bald zeigen kann, wieso 🙂

Heute möchte ich kurz ein paar Gedanken zu einer Äußerung, die ich so oder ähnlich oft von Müttern höre, loswerden. „Ich darf dies oder jenes nicht fühlen.“ Die Beispiele dafür sind vielfältig:

„Ich darf doch jetzt nicht traurig sein, dem Baby gehts gut. Mir gehts gut. Zumindest körperlich.“

von einer Mama nach einem Notkaiserschnitt

„Es stört mich, dass mein Sohn ein solcher Zappelphilipp ist und einfach nie nie nie stillhalten kann. Und dann hasse ich mich dafür, dass ich solche Gefühle meinem Sohn gegenüber habe.“

Von einer Mama mit einem 4 jährigen Sohn und einer einjährigen Tochter

„Manchmal werde ich sooo furchtbar wütend und denk mir ‚Was ist mit MIR? Mit dem was ICH will?!‘ – und im nächsten Moment schäme ich mich. Sollte diese Mutterliebe das nicht alles überdecken?“

Mutter einer 2 jährigen Tochter und eines 4 Monate alten Babys

Erschreckend, wie oft wir uns Gefühle verbieten! Ich spar mir an dieser Stelle den Vortrag darüber, wie ungesund (psychisch und physisch) es ist, Gefühle zu unterdrücken. Und dass sie sich ja doch einen Weg bahnen, dann aber meist destruktiver als zuvor. Ihr wisst vermutlich auch alle, dass diese Gefühle selbstverständlich ihre Berechtigung haben und würdet eine andere Mama/einen anderen Papa darin bestärken, dass solche Gefühle ok sind und Elternliebe eben nicht alles überdeckt/überdecken muss.

Alle Gefühle sind ok und dürfen sein.

Das gilt nicht für alle Verhaltensweisen.

Irgendwer, irgendwann oder ich gerade eben.
collage photo of woman
Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Worüber ich lieber sprechen möchte, ist die Vorbildwirkung. Denn uns Eltern ist in der Regel gemein, dass wir glückliche Kinder großziehen wollen, die zu zufriedenen, glücklichen Erwachsenen werden. Ein guter und gesunder Umgang mit den eigenen Gefühlen ist dafür eine grundlegende Fähigkeit, die wir ihnen mitgeben sollen und wollen. Und da werden wir nicht drum herum kommen, bei uns anzufangen. Unrealistische Ideale und Mythen über mütterliche Aufopferung und in gold getauchte Mutterliebe über Bord werfen. Auch unseren negativen Gefühlen Raum geben. Authentisch sein. Und den Kindern Verhaltensweisen vorleben, wie man mit negativen Gefühlen umgehen kann. Bei Wut ins Kissen boxen, mit dem Fuß aufstampfen, laut in den Himmel oder gen Decke schreien. Die Hände verschränken und atmen. Wenn man traurig ist, weinen, kuscheln, unter der Decke verkriechen…

Vielleicht kann sich die ein oder andere unter diesem Aspekt etwas mehr erlauben, Gefühle zuzulassen. Für sich selbst und eben auch fürs Kind. So meine Hoffnung 🙂

Alles Liebe, eure Milu


Bingokarte mit lustigen Elterntweets

#Kleinkindbingo #5

Lange ist sie her, die letzte Ausgabe – aber jetzt geht’s weiter! Schauen wir mal, was ihr in den letzten Monaten so angestellt habt, womit eure Kleinen so gar nicht einverstanden waren! Irgendwann erwischt es nämlich alle Kleinkindeltern: das Kleinkindbingo 😉 Lade andere ein mitzumachen: Die #kleinkindbingo-Tweets von Mai -Juli: Du kennst jemanden, der das…

Frau, die sich entspannt

Selbstfürsorge

Selbstfürsorge ist aus zweierlei Gründen sehr wichtig eine ausgebrannte Mutter kann nicht die Mama sein, die sie gerne wäre. Ihr fehlen die Kraft und die Ressourcen einfühlsam und feinfühlig ihr Kind zu begleiten. Selbes gilt für Väter.  Kinder lernen unglaublich viel an unserem Beispiel. Wir sind ihr Vorbild. Sorgen wir nicht gut für uns, grenzen…

#Kleinkindbingo #4

April, April, der macht was er will! Und die Eltern wohl auch 🙂 Uiii diesen Monat seid ihr extra fleißig gewesen und habt einfach soooo gar nicht gemacht, was eure Kinder wollten. Oder ihr habt es doch getan und es war nicht (mehr) das, was sie wollten. Oder oder oder… schauen wir mal nach, was…

Author: Milu

Hi! Mein Name ist Michele, ich bin 33 Jahre alt, Mutter, Psychologin, Familienbegleiterin und Autorin für den Humboldt-Verlag. Mit meinem Mama- und Psychologieblog möchte ich meine Erfahrungen als Mama des Körnchens (09/2018) sowie aus meiner Arbeit als Familienbegleiterin teilen. Durch meinen Kernberuf als Psychologin fließen auch Aspekte der Entwicklungspsychologie und der Bindungstheorie in meine Texte ein.

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