„Man mönkelt…“

…dass es neue Kinderbuchklassiker gibt!

Für alle, die nicht auf Twitter sind und dort Inke Hummel folgen, möchte ich kurz ein wenig aus meinem persönlichen Twitter-Nähkästchen plaudern: ich bin dort seit ca. einem Jahr für eben diesen Blog, den ihr grad lest, aktiv. Und wer mit Familien- und Elternthemen auf dieser Plattform aktiv ist, kommt über kurz oder noch kürzer mit Inke in Kontakt. Gott sei Dank, möchte ich sagen. Denn umso mehr ich von ihr las, umso lieber mochte ich sie. Und das, obwohl Tweets gerade mal 280 Zeichen lang sind…

Tja, und dann bin ich verrückte Nudel in den Zug gestiegen und nach Berlin gefahren, um die Buchpräsentation zu Nora Imlau’s „Mein Familienkompass“ zu besuchen. Und um Inke persönlich kennen zu lernen, die auch dort war. Ich war nicht mal 24 Stunden in Berlin – und die Deutsche Bahn hat sich alle Mühe gegeben, es mir zu vermiesen – aber es ist eine tolle Erinnerung geworden. Besonders das feine Frühstück mit Inke am nächsten Morgen im Hotel 🙂

Der Mönkel und der geheimnisvolle Turm

Aber jetzt genug von mir – der eigentliche Star ist heute der Mönkel. Ein lustiger Name ist das, hat mich zu allererst an die Serienfigur Monk denken lassen – ich nahm an, das könnte eine Verniedlichungsform sein. Allerdings handelt es sich dabei um einen Spitznamen, den der ältere Bruder dem Mönkel gegeben hat – die Vorlage für den Mönkel bildet nämlich Inkes Sohn. Und Sonntags brechen Mutter und Sohn zu einem Spaziergang auf – was vermutlich furchtbar langweilig wäre, würden die beiden nicht in ihre Agentenrollen – der Mönkel und seine Gehilfin Dr. Pröll – schlüpfen und einem großen Geheimnis auf die Spur kommen. Zum „Abends-teuer“ (ein liebgewonnener Versprecher des Protagonisten) möchte ich euch nichts weiter verraten, denn auch wenn das Voranschreiten der Geschichte einem eher unaufgeregten Handlungsstrang (also auch perfekt als Gute-Nacht-Geschichte geeignet) folgt, so sprüht die Interaktion zwischen den beiden Agenten, Mutter und Sohn, umso mehr vor Witz und Zuneigung. Bereits beim ersten Buch hatte ich nach dem Lesen den starken Wunsch: „Das möchte ich auch!“ Und beim zweiten Teil hat sich das sogar nochmal verstärkt.

Der Mönkel und der Trillfox im Moor

Ein neuer Sonntag – ein neues Abenteuer und dieses Mal ein mysteriöses noch dazu! Denn wer oder was ist denn bitte ein Trillfox? Was kann der und warum ist er wichtig für die Zentrale in London? Für einen Fall dieser Kragenweite braucht es selbstverständlich den genialen Mönkel – für James Blöd ist das viiiieeell zu schwer 🙂

Ein zweites Mal dürfen wir die beiden in ihrer sonntäglichen Mama-Sohn-Zeit begleiten, dürfen mit ihnen lachen, schmunzeln und staunen. Für Kinder entfaltet sich eine lustige Welt der Fantasie, in der ein „eigentlich ganz normales Kind“ zur allercleversten Person werden kann und als Geheimagent die Welt rettet. Für mich als Mama entstand das Bild eines liebevoll geknüpften Bandes zwischen Mutter und Sohn und der Wunsch, ebenfalls mit meinem Sohn Hand in Hand durch die nahe gelegenen Wälder zu mönkeln, Geheimnissen auf die Spur zu kommen und die Zeit zu zweit zu genießen. Und wie man dem nachfolgenden kleinen Textauszug entnehmen kann, habe nicht nur ich den Wunsch nach noch mehr Mönkel-Zeit 🙂

„Nicht zurück, Mama“, sage ich schließlich, „Zeitreisen gehen ja auch in die Zukunft. Und ich möchte lieber nach vorne. Um genau eine Woche!“ Ich lächle sie an, und sie sieht, was ich denke.
Was machen wir wohl nächsten Sonntag?

Sparsam und wunderschön illustriert

Nicht nur Inke Hummel hat mit ihren Worten sympathische und herzliche Figuren gezeichnet, die Illustratorin Franziska Karagür hat die Geschichte auch wundervoll in Szene gesetzt. Die kleinen Aquarellkunstwerke, die die Seiten schmücken, laden zum Träumen ein – ja schicken die Gedanken auf eine Reise. Die Kombination erzeugt einen unwiderstehlichen Sog in die Geschichte. Die Seiten sind nicht überladen, Text und Bild sind getrennt – ein Aspekt, der gar nicht so unwichtig ist, wenn man die Geschichte im halbdunklen zum Einschlafen vorlesen möchte. Und glaubt mir: das wollt ihr! Macht euch selbst ein Bild: werdet ihr beim Anblick dieser Tür nicht auch schrecklich neugierig? Ist dieser Turm nicht zauberhaft und der perfekte Ort für eine spannende Entdeckungstour? Wollt ihr da nicht auch, los mönkeln? 🙂


Verschenken?

Beide Bücher eignen sich sowohl als Vorlese- als auch als Selbstlesebuch (Dank der größeren Schrift) für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren, sind meiner Meinung ein wunderbares Geschenk und gehören Weihnachten 2020 unter den Baum (oder Ostern 2021 ins Nest et cetera) 🙂 Ihr seid noch unschlüssig? Dann hört weiter unten mal bei „Milu liest“ rein!


Author: Milu

Hi! Mein Name ist Michele, ich bin 32 Jahre alt, Mutter und Psychologin. Mit dem Kopf in den Wolken habe ich meine Bestimmung erst gefunden, als sie mir von der Hebamme in den Arm gelegt wurde. Jetzt genieße ich das Mama-Sein mit all seinen kreativen Entfaltungsmöglichkeiten!

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