Gemeinsam „unperfekt“

eine #gutgenug Sammlung

Das war eine wirklich harte Woche… Tag 7 auf der Migräne-Uhr, 4x beim Arzt. Zweimal heute, nur kurz mittags daheim. Und dann war ich zu müde, um auch noch was vernünftiges zu Kochen. Unser Mittagessen daher heute: Grissini mit Kräuterquark zum dippen, dazu Käsewürfel und Trauben. Körnchen war zufrieden, ich immerhin satt. Ich betrachtete mit zerknautschtem Gesicht die Reste und seufzte. Nun gut, so sieht es hier ja nicht jeden Tag aus. Für heute und für die Umstände ist es aber gut genug. Und beim Gedanken an ‚gut genug‘ musste ich wieder an die Facebook-Gruppe zu Nora Imlaus Kreativwerkstatt denken. Dort sind durch den Austausch zu den einzelnen Modulen nämlich ganz tolle Menschen zusammengekommen und begannen vor zu, sich gegenseitig von ihren Durchbrüchen, Sorgen, Herausforderungen und Strategien zu erzählen, mit denen sie durch ihren Alltag kommen.

Im Anschluss an das 6. Modul eröffnete eine Teilnehmerin auf Facebook einen Post, in dem sie die anderen bat, zu erzählen, wo man sich das Leben leichter macht oder machen kann, wo man den Perfektionismus ablegt und sich selbst die Erlaubnis gibt, Dinge nicht zu tun, weil die Kraft dafür aktuell fehlt. Die Resonanz auf den Post war wundervoll und es kam eine tolle Sammlung zusammen.

Bunter Speiseplan

Zum Thema Essen/Kochen waren sich eigentlich alle einig: es darf auch gern mal einfach sein. Oder schon fertig, aus dem Glas oder Tiefkühl, sogar aus dem Päckchen. Es darf auch Nudeln mit Ketchup. Gern auch geliefert oder auf dem Heimweg mitgenommen. Mein Mann ruft so gut wie immer an, wenn er sich nach der Arbeit in sein Auto setzt. Und wenn es wieder einer „dieser“ Tage war, dann bringt er Pizza aus seiner Lieblingspizzeria mit.

Einige, wie auch ich größtenteils, erstellen einen Speiseplan (siehe Artikel Ewiger Speiseplan) und planen den Wocheneinkauf danach. Lebensmittel liefern lassen, Kochboxen oder Gemüseboxen sind auch ganz tolle Ideen für mehr Einfachheit im Leben. Ebenfalls empfehlen kann ich vorkochen und einfrieren! Mein Mann muss stets die doppelte Menge seiner Bolognese Soße (wirklich sehr lecker 😋) kochen, damit ich davon kleine Portionen einfrieren kann. Schnell Nudeln gekocht und die Soße aufgetaut – schon haben Körnchen und ich unter der Woche ein leckeres Mittagessen <3

Das Wäschegebirge

Ein wirklich lustiges Thema, das unter anderem zu einem „wie? Was ist denn ein Bügeleisen“ und viel Lachen beim Lesen führte. Gefühlt bügelt kaum jemand und alle sind zufrieden damit. Die meiste Wäsche landet im Trockner und Wäschekörbe spielen besonders für Socken eine ganz besondere Rolle. Teilweise wird einfach aus den Körben heraus gelebt 🙂 ist bei mir tatsächlich zeitweise auch der Fall. Und für einzelne Socken gibt es bei uns eine eigene Schublade. Alle heiligen Zeiten wird die rausgezogen, auf den Esstisch gekippt und nach Treffern gesucht 😀 ach, und der „berühmte Stuhl“ für die Wäsche, die zu sauber für die Maschine und zu getragen für den Schrank ist – der ist ebenfalls weit verbreitet. Mehrere Teilnehmerinnen betonten auch, dass regelmäßiges Aussortieren hilfreich ist, damit die Wäsche nicht überhand nimmt. Das sehe ich auch so und habe daher immer schon die zu klein gewordenen Sachen des Körnchens beim Wäsche zusammenlegen aussortiert und in eine dieser flachen Unterbettboxen gepackt. Eine steht immer unter dem Gitterbett parat, die vollen sind bereits im Keller verstaut.

Haushalt allgemein

Insgesamt betrachtet sind Saug- und Wischroboter einigen bereits ans Herz gewachsen, während wieder andere sich wirklich glücklich schätzen, eine Putzfee wöchentlich im Haus zu haben. Fenster sind, so mein Eindruck und auch eigener Status, ganz weit unten auf der Prioritätenliste. Es wurde sich auch darüber amüsiert, wie praktisch zwei Stockwerke oder ein Gäste-WC sein kann – bei Besuch oder Bedarf kann nur ein ausgewählter und kleinere Bereich präsentable gestaltet werden und das Chaos mal etwas verlagert werden. Kleine Putzroutinen und feste Orte für Spielzeug und Alltagsgegenstände sind ebenfalls sehr hilfreich, um Herr*in der Lage zu werden und auch zu bleiben. Und natürlich eine gute Aufteilung mit zweiten Elternteil (sofern vorhanden) oder auch den bereits älteren Kindern. Die dürfen auch gerne ihren Anteil übernehmen.

Das Fazit dieses sehr lustigen und lebhaften Eintrags auf Facebook ist ein sehr schönes: es herrscht überall ein buntes Treiben, allen Ortes wird mal ein Auge zugedrückt, 5 darf gerade sein und niemand ist perfekt. Denn anderen Dinge sind wichtiger, brauchen mehr Kraft. Unsere Kinder brauchen unsere Kraft, wir selbst brauchen unsere Kraft. Für die Krümmel unter dem Küchentisch sollten wir unsere Energie also wirklich nicht um jeden Preis verschwenden.


Wo schaut ihr mal nicht so genau hin und legt euren Perfektionismus beiseite? Was darf bei euch auch mal #gutgenug sein? Lasst mir einen Kommentar da!


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