„Mein Familienkompass“

„Was brauch ich und was brauchst du“ von Nora Imlau

Buchrezension

Das unten genannte Zitat von Jill Churchill hat mich in meiner Anfangszeit als Mama wie ein Mantra begleitet. Ich hatte es auf eine kleine Tafel geschrieben und gut sichtbar in der Küche aufgestellt, als stete Erinnerung. Mir hat das ungemein gegen mein inneres Streben nach Perfektion geholfen und somit den Druck, perfekt zu sein, herausgenommen. Die Kehrseite der Medaille: es gibt eine Millionen Wege! Das wiederum kann zu Überforderung und große Unsicherheit führen, man verirrt sich im Labyrinth der Ratgeber, Elternkurse, Strömungen, Foreneinträgen, Blogposts… Immer auf der Suche nach einer Bestätigung, einer Rückversicherung, dass man diese sooo wichtige Aufgabe richtig oder gut genug macht.

„There’s no way to be a perfect mom and a million ways to be a good one.“

— Jill Churchill

Ein gutes Mittel gegen das Verirren: ein Kompass

Und genau diesen gibt uns Suchenden jetzt Nora Imlau an die Hand – nicht mit einem weiteren Ratgeber, nein. Mit einem Standardwerk über die Haltung, die einer gelingenden, zugewandten Begleitung zu Grunde liegt. Ergänzt wird das Werk durch eine Online-Kreativwerkstatt mit dem Titel „Auf der Suche nach dem Nordstern“. Buch und Online-Kurs haben das Ziel eine Lücke zu schließen, die in den letzten Jahren sehr oft an die Autorin herangetragen worden war: die Diskrepanz zwischen Wissen was zu tun ist und dem tatsächlichen Verhalten. Weil Alltagsstress aber auch alte Glaubenssätze und Muster manchmal stärker sind, als das theoretisch erworbene Wissen und unsere guten Absichten. Und weil uns genau das verzweifeln lässt.

Eine Checkliste, wie dieses Ziel zu erreichen ist, hat sie nicht für uns. Und sie erklärt nachvollziehbar, warum das auch gar nicht möglich ist. Denn jede Familie ist anders, jeder Mensch hat andere Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen. Jeder bringt eine andere Geschichte mit in das Familiengefüge ein. Statt Standardlösungen gibt sie Denkanstöße, wie wir als Familie unseren eigenen Weg finden können. Dabei sind alle Überlegungen in einen geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext eingebettet und einer kritischen Auseinandersetzung unterworfen.

Zugegeben, dass kann beim Lesen den ein oder anderen frustrierenden Moment nach sich ziehen. Da beschreibt die Autorin wunderschön, wie Gewaltfreie Kommunikation funktioniert und ich als Leserin denke mir „ja genau, das ist doch super!“. Aber man spürt schon, dass ein ABER kommt und schürzt die Lippen beim Lesen. Doch wenn es dann kommt, dieses ABER, dann ist es wohl durchdacht und stimmig. Es leuchtet ein und sensibilisiert. Es eröffnet neue Blickwinkel und erweitert den Horizont. Am Ende war ich um jedes ABER dankbar, saß in meinem Wohnzimmer und murmelte „Ahhhh“ oder „Ohhh“ oder „Achso!“. Und weil ich mir diese Impulse auch immer gleich ins Notizbuch schrieb, dauerte es ganz schön lange, bis ich durch war 🙂

Mein Resümee

Als ich das erste Mal die Beschreibung zum Buch las, regte sich etwas in mir. Genau das brauche ich, das will ich. Orientierung für ein gelingendes Miteinander, dass die Bedürfnisse aller im Blick hat.

Als ich mich dann schließlich in die Lektüre vertiefte, hatte in unserem Familienleben eine Zeit begonnen, in der sich ein dritter, etwas kleinerer Mensch, das kleine Körnchen, laut- und willensstark zeigte. Gefühlt hörte man in unseren vier Wänden nur noch „nein!“, „selber“ und „meins“. Das Körnchen setzte Grenzen, auf eine Art und Weise, die ich selbst nie gelernt hatte und mich teils staunend, teils wütend zurück ließ. Im Verlauf des Buches und der dazugehörigen Online-Kreativwerkstatt lernte ich auch, warum dem so war. Neben den Lernaufgaben, die dieses Buch an mich als Mutter gestellt hat, stärkte es mich auch in meinem bisherigen Weg, in dem es mir die Worte, Erklärungen und Strategien dafür mit gab. Zwar noch im Prozess befindlich fühle ich mich trotzdem schon etwas sicherer auf der Gratwanderung „zugewandtes Begleiten bei Bedürfnisorientierung auf alle Beteiligten“. Im Grunde genommen ist es so: es gibt so viel, was ich euch aus dem Buch erzählen möchte, so vieles, was ich in mein Notizbuch geschrieben habe, um es für mich und euch parat zu haben, dass ich unterm Strich nur sagen kann: lest selbst. Und dann erzählt mir vor euren Erfahrungen, Gedanken und Aha-Momenten <3


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Facebook-Gewinnspiel (Achtung! Bereits beendet!)

Zu eurem Glück war die Post etwas langsam und brachte mein Rezensionsexemplar erst, nachdem ich bei der Buchpremiere in Berlin war, Nora persönlich kennengelernt und von ihr ein Exemplar bekommen hatte. Dadurch habe ich ein Exemplar zu viel und kann es im Rahmen dieser Rezension auf Facebook verlosen 🙂

Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen kann jede/r Facebooknutzer/-in. Das Gewinnspiel läuft bis 10.10.2020 23:59 Uhr. Like die Facebookseite „Sternenstaubkorn“ und poste ein Kommentar unter den Gewinnspiel-Post, um an der Verlosung teilzunehmen. Die Verlosung erfolgt im Anschluss an die Frist unter Ausschluss der Öffentlichkeit per Zufallsziehung. Facebook ist in keinster Weise am Gewinnspiel beteiligt. Datenschutzhinweise sind im Impressum zu finden. Rechtswidrige Nutzerkommentare werden gelöscht und nehmen nicht an der Verlosung teil. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der/die GewinnerIn wird in einem Facebook-Post und per PN benachrichtigt. Versandkosten trägt die Betreiberin des Gewinnspiels und der Seite „Sternenstaubkorn“.



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