Mir raucht der Kopf…

Verspielter Nachmittag

Wisst ihr, was ich heute gemacht hab?

Ich habe fast den ganzen Nachmittag nur gespielt. Das Körnchen hat auf den Matten im Kinderzimmer den Purzelbaum geübt, wir haben uns zu Kindermusik durchs Zimmer gekugelt und dazu gelacht. Wir haben 4 oder 5 Büchern angeschaut, ein bisschen getanzt und dann noch mit Kreide an die Tafel gemalt. Wieso ich das erwähne? Weil ich das Gefühl habe, dass es schon viel zu lange her ist, dass es genau das gab. Zeit nur für uns beide, in der ich nicht irgendwas anderes zusätzlich erledigen musste. Nicht nebenbei kochen, die Küche säubern, die Wohnung aufräumen, ans Diensthandy gehen, Emails schreiben, Wäsche waschen, eine Karte für ein Familienfest basteln, ein Geschenk einpacken, Umschläge mit Verlagsexposes füllen, und und und.

Also nicht falsch verstehen, vieler dieser Sachen müssen trotzdem gemacht werden und ich werde das ein oder andere davon heute Abend nachholen, wenn der Kleine im Bett ist. Aber für diese paar Stunden habe ich sie beiseite geschoben. Und manches davon werde ich neu bewerten und anders gestalten. Eine gekaufte, statt einer gebastelten Karte? Wieso nicht? Das Diensthandy nach offiziellem Dienstschluss ausschalten? Unbedingt sogar! Die Umschläge mit den Leseproben? Eilt nicht, kann man ganz easy nach und nach befüllen, müssen nicht alle auf einem abgearbeitet werden. Umstrukturierungen, weil ich genug hab. Weil ich dabei sein will.


Dass das Körnchen zu kurz kommt, ist die erste Sache, die mir langsam auf den Zeiger geht. Punkt Nummer 2 auf dieser Liste ist der Umstand, dass ich auch nicht mehr zum Schreiben komme. Weder hier auf dem Blog, noch im Kurzgeschichten- oder Romanbereich ist irgendwas passiert. Die tägliche Last – bindungsorientierte Begleitung, Ehe, Haushalt, Job, Soziales/Familiäres, Hobbys etc. zu vereinen – sorgt derzeit für 51 Einträge in der iPhone-Erinnerungsapp. Weil ich mir nichts mehr merken kann. Dafür ist kein Platz, alles muss sofort notiert werden, sonst ist es für immer verloren. Und all diese Gedanken blockieren meine Kreativität.

Seit Tagen schwirrt mir die Frage durch den Kopf, worüber ich denn als nächstes schreiben will/könnte. Und es bedrückte mich sehr, dass sich einfach keine Idee herauskristallisieren wollte, dass ich keinen Gedanken lange genug fassen konnte, um ihn weiter zu denken und auszubauen. Bis mir heute, nach der feinen Zweisamkeit mit dem Körnchen, klar wurde, dass ich genau darüber schreiben will. Über die gedankliche Überlastung, die mich derzeit erdrückt.

Mental Load

Mental Load wird das von AutorInnen und BloggerInnen genannt. Mentale Auslastung/Belastung, die gedanklichen To-Dos, die man mitträgt. Ziemlich passend, wie ich finde. Und noch viel passender: es gibt dazu ein (Hör-)Buch von Patricia Cammarata mit dem vielversprechenden Titel „Raus aus der Mental Load Falle“. Heruntergeladen habe ich es bereits und ihr könnt euch sicher sein, wenn ich damit durch bin, findet ihr hier einen Artikel dazu.

Außerdem erwarte ich jeden Tag, dass das Buch „Mein Familienkompass – Was brauch ich und was brauchst du“ von Nora Imlau hier bei mir eintrifft. Auf dieses Buch und die dazugehörige Kreativwerkstatt freue ich mich schon riesig!!

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